Wir sind
NaturVerbunden
Steiermark
Gemeinsam für die Artenvielfalt
Wir Menschen sind mit der Natur verbunden. Geht es ihr gut, geht es uns gut. Damit das so bleibt, braucht es artenreiche Lebensräume und lebendige Landschaften, die in ihrer Vielfalt gedeihen dürfen. Das sind die kleinen und großen Naturjuwele der Steiermark, wahre Schätze der Biodiversität, die wir mit unserer Arbeit im Rahmen der Initiative „NaturVerbunden Steiermark“ entwickeln, erhalten und verbinden möchten.
Dazu haben wir die Kampagne „Wir sind NaturVerbunden“ ins Leben gerufen. Wir möchten zeigen, wo sich Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund bereits für eine artenreiche Natur engagieren. Und so das Bewusstsein für den Erhalt wertvoller Lebensräume stärken und zum aktiven Mitmachen inspirieren.
Ob insektenfreundlicher Garten oder Biotopverbund in der Gemeinde: Unter dem Hashtag #naturverbundensteiermark kann die steirische Bevölkerung ihr Engagement zeigen und damit andere inspirieren. Regelmäßig werden die eindrucksvollsten Beiträge gekürt und Tipps gegeben, wie man selbst etwas bewegen kann – ganz nach dem Motto „Kleine Taten, große Wirkung!“.
Vernetzte Lebensräume mit regionaler Stärke
Vier steirische Modellregionen schaffen durch einen Biotopverbund vernetzte Lebensräume! Mit der Initiative „NaturVerbunden Steiermark“ zeigen die Regionen Oststeiermark, Südoststeiermark, Südweststeiermark und Murau Murtal, wie Mensch und Natur besser „miteinander“ können. Was es dazu braucht? Ein starkes Netzwerk aus Gemeinden, Betrieben und Expertinnen sowie Experten – und das „Grüne Herz“ am richtigen Fleck. Jede Region setzt einzigartige Maßnahmen, von der Rettung alter Obstsorten bis zur nachhaltigen Almbewirtschaftung, um den Biotopverbund in ihre eigenen Strukturen und die Naturverbundenheit im Selbstverständnis der hier lebenden Menschen zu verankern.
Modellregion
Murau Murtal
Mit 15 Naturschutzgebieten und dem Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen beweist die Region Murau Murtal, dass Natur nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen ist. Hier wird Artenvielfalt erlebbar – durch innovative Projekte und den Schutz der Kulturlandschaft. Umwelt und Wirtschaft arbeiten in den Klimawandel-Anpassungsmodellregionen (KLAR!) und Klima- und Energie-Modellregionen (KEM) Murau und Murtal Hand in Hand. Mit Projekten wie der Renaturierung des Hörfeldmoors und der Wiederbelebung alter Obstsorten wird echte Veränderung vorangetrieben – und Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht!
Modellregion
Oststeiermark
Die Oststeiermark vereint „Wildnis“ mit Weitsicht und Artenvielfalt mit klugen Köpfen. Mit 14 Naturschutzgebieten und mutigen Projekten lebt die Modellregion vor, wie Mensch und Natur im Gleichschritt vorangehen können. Ob in der Raabklamm oder im Pöllauer Tal: Die Liebe der Menschen zu ihrer Region wird hier spürbar und erlebbar. Seit 2022 sorgt die Initiative „NaturVerbunden – NaturNetzwerk Oststeiermark“ für nachhaltige Projekte, von der Wiese bis in die Stadt. Flüsse werden renaturiert, Kulturlandschaften bewahrt – die Oststeiermark ist eine Region, die zeigt, wie wir mit unserer Umwelt umgehen sollten.
Modellregion
Südoststeiermark
Die Südoststeiermark, auch bekannt als Steirisches Vulkanland, ist weit mehr als nur ein hübsches Postkartenmotiv. Mit neun Naturschutzgebieten, dem Biosphärenpark Unteres Murtal und vielen weiteren Initiativen gelingt es der Region Nachhaltigkeit und Fortschritt unter einen „grünen Hut“ zu bringen. Man setzt auf die Vernetzung von Naturschutz, Wirtschaft und Politik, um zukunftsweisende Projekte wie die #mochmas-Initiative oder klimafittes Wassermanagement zu fördern. Und ganz nebenbei entsteht so ein Bewusstsein für das, was wirklich zählt: die natürlichen Schätze der Region auch für kommende Generationen zu bewahren.
Modellregion
Südweststeiermark
Still und heimlich hat sich die Südweststeiermark zur grünen Kraftregion entwickelt: 19 Naturschutzgebiete und eine Landschaft zum Verlieben – mit sanften Hügeln, bunten Wiesen und vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten. Am „Grünen Tisch“ treffen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Landwirtschaft und Umweltschutz nicht nur zum Plaudern, sondern zum Tun. Mit Projekten wie der Wiesensaatgutvermehrung und Streuobstpflege werden Pflanzen und Ideen zum Blühen gebracht. Und das Beste: Jede und jeder kann mitmachen und die Zukunft der Südweststeiermark mitgestalten – mit eigenen Ideen, Zusammenhalt und ganz viel Herzblut.
Aktuelles
Veranstaltungen
Einzelbäume, Feldgehölze und Hecken prägten einst die kleinstrukturierte Landwirtschaft. Strukturreiche Ackerränder, die größere Kernlebensräume, wie Wiesen, Wälder oder Teiche vernetzen, sind entscheidend für den Erhalt der Artenvielfalt. Durch die Intensivierung und Vergrößerung landwirtschaftlicher Flächen sind viele dieser Strukturen verschwunden. Heute entstehen neue Kleinlebensräume und Wanderkorridore auch in landwirtschaftlichen Zusammenlegungsverfahren. Ökologische Ausgleichsflächen bieten Lebensraum für Wild, Vögel, Igel, Fledermäuse, Insekten, Pflanzen und Bodenlebewesen. Auch die Landwirtschaft kann profitieren: durch Bodenschutz, Wasserhalt und -filterung auf den ökologischen Ausgleichsflächen und durch die Ansiedelung von Nützlingen, die beispielsweise Getreidehähnchen, Blattläuse oder Mäuse jagen.
Im Gebiet der beiden Zusammenlegungsverfahren in Oberspitz zeigen wir praxisnah, wie ökologische Ausgleichsflächen die Strukturvielfalt fördern und so den Ackerrand aufwerten.
Ziel: Die Wanderung zeigt, wie am Rande von großen Ackerflächen durch Hecken, Tümpel, Wiesen und Baumreihen mehr Struktur und damit Lebensraum geschaffen werden kann und welche Wildtiere und Pflanzen davon profitieren. Gemeinsam mit Beteiligten aus den beiden Zusammenlegungsverfahren in Oberspitz erwandern wir wichtige Korridor- und Trittsteinbiotope. Die Teilnehmer:innen erhalten Einblicke und Praxistipps für die Gestaltung und Pflege dieser Strukturelemente für eigene Flächen.
Anmeldung erbeten bis eine Woche vor der Veranstaltung!
Termin: Freitag, 26. Juni 2026, 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Preis: 15 €
Unterschiedlichste Organismen tragen zur Verbreitung der Pflanzen bei. Manche, wie der Mensch, verursachen damit eine Veränderung von ganzen Lebensräumen. Besondere Ausbreitungswege sind entlang von Fließgewässern gegeben. Wir wollen uns diesen Lebensraum genauer anschauen und speziell in Zusammenhang mit den sogenannten „Neophyten“ diskutieren. Eine dieser „Neuen Pflanzen“ ist das Drüsige Springkraut – eine Pflanze, die gekommen ist, um zu bleiben?
Nach einem theoretischen Teil rund um das Thema Neobiota und vor allem Neophyten diskutieren wir gemeinsam über die Problematik der invasiven Neophyten.
In einem anschließenden praktischen Teil erkunden wir die Lebensraumveränderung durch das Drüsige Springkraut an der Pöllauer Safen und setzen gemeinsam Gegenmaßnahmen. Zum erholsamen Abschluss jausnen wir alle zusammen am Grillplatz.
Ziel: Verständnis für Ausbreitungswege von Pflanzen aus anderen Erdteilen. Kenntnis, ab wann solche Pflanzen problematisch sein können und praktische Tätigkeit des Neophyten-Managements.
Voraussetzungen: Wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk, ev. Arbeitshandschuhe/Gartenhandschuhe, eigenes Getränk.
Anmeldung erbeten bis eine Woche vor der Veranstaltung!
Termin: Mittwoch, 01. Juli 2026, 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Preis: € 20,00
Dieser Workshop ist eine Einladung Natur zu erleben, Zusammenhänge zu begreifen und mit Achtsamkeit und Wissensinput Renaturierungsprozesse nachhaltig zu fördern.
Wir werden gemeinsam Alltagsstress loslassen, Wissenswertes zu Renaturierungsmaßnahmen erfahren, aktiv und kreativ qualitätsvolle Zeit in der Natur verbringen, kleine Staudämme bauen, um den Bach zum Mäandrieren einzuladen, die Teichuferlandschaft gestalten und Neophyten beseitigen, um mehr Diversität zu unterstützen und eine sichere Insel für Bodenbrüter vorzubereiten.
Leitung: Mag. Helga Luger-Schreiner, Mag. Dr. Anna Gasperl, DI Dr. Manfred Szerencsits
Weitere Informationen finden Sie hier: WORKSHOP Waldbaden und Renaturieren | Vulkanland
Eine Veranstaltung von Art And Nature And Awareness in Zusammenarbeit mit der Modellregion „NaturVerbunden Südoststeiermark“.
Termin: 07. bis 09. August 2026, Beginn Freitag 16.00, Ende Sonntag 13.00
Die Teilnahme ist mit Übernachtung vor Ort oder auch als Tagesgast möglich
Preis: € 360,00 für Teilnahme inklusive Mittagessen
(Frühbucher bis 26. Juni 2026 bezahlen € 280,00)
Zusätzliche Kosten: Unterkunft, Frühstück und Abendessen
je nach Zimmerkategorie € 110,00 bis € 210,00
Trockenmauern, Steinhaufen und sonnige Rückzugsorte sind lebenswichtige Habitate für viele bedrohte Reptilienarten. Auf dem Erlebnisareal des Biosphärenparks in Bad Radkersburg wird gemeinsam eine sogenannte „Reptilienburg“ errichtet. Unter fachkundiger Anleitung erfahren die Teilnehmenden, welche Ansprüche Eidechsen, Schlangen & Co. an ihren Lebensraum stellen und wie solche Strukturen richtig geplant und gebaut werden. Dabei wird praxisnah vermittelt, wie einfache Maßnahmen im eigenen Garten oder in der Landschaft einen großen Beitrag zum Artenschutz leisten können. Anpacken, mitbauen und Lebensräume für seltene Arten schaffen!
Ausrüstung: Festes Schuhwerk, Arbeitskleidung, Arbeitshandschuhe, Proviant nach eigenem Bedarf.
Anmeldung erbeten bis eine Woche vor der Veranstaltung!
Termin: Samstag, 29. August 2026, 08:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Preis: € 30,00
Entlang der Mur begegnen wir sogenannten Neophyten – wild wachsenden Pflanzenarten, die erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa gelangten. Auf dieser Exkursion lernen wir einige davon kennen, die sich bedrohlich stark ausbreiten und damit die Biodiversität beeinträchtigen. In diesem Zusammenhang spricht man von invasiven Arten.
Im UNESCO Biosphärenparks Unteres Murtal ist diese Entwicklung deutlich sichtbar. Rund zehn Prozent der hier etablierten Neophyten gelten als invasiv.
Gemeinsam gehen wir der Frage nach, warum diese für unsere heimische Natur problematisch sind und lernen praxisnahe Lösungen kennen: Was soll man ausreißen oder ausstechen, was wann mähen, wann ist es angeraten die oberste Bodenschicht abzutragen oder Flächen zu beschatten, und wie soll man invasives Pflanzenmaterial richtig entsorgen? Außerdem werden heimischen Alternativen für die Bepflanzung von Kulturflächen vorgestellt und präventive Maßnahmen vorgeführt, mit denen jede:r aktiv zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen kann.
Mitmachen, verstehen und selbst Teil der Lösung werden!
Voraussetzungen: Wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk
Anmeldung erbeten bis eine Woche vor der Veranstaltung!
Termin: Freitag, 4. September 2026, 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Preis: € 20,00
Im Rahmen der Exkursion in den Seckauer Klosterwald soll gezeigt werden, dass auch Wälder Teil des Biotopverbunds sind. Dabei unterscheiden sich verschieden bewirtschaftete Waldparzellen stark voneinander. DI Hans Liebfahrt hat in seiner langen Zeit, in der er sich um den Klosterwald kümmert, auf Dauerwaldbewirtschaftung gesetzt. Ihm war es wichtig, die Balance zwischen Wirtschaftswald und naturnahem Wald zu finden. Es wird versucht, Totholz im Wald zu belassen. Sowohl stehende als auch liegende Stämme können so zur Heimat von Specht oder Alpenbock werden. Die Dauerwaldbewirtschaftung sieht er zudem als Antwort auf die klimatischen Veränderungen: Durchschnittlich steigende Temperaturen und auch Krankheits- oder Schädlingsdruck begegnet er mit Risikostreuung. Erhöht sich die Anzahl der Arten, ist auch die Wahrscheinlichkeit geringer, dass durch den Ausfall einer einzigen ein hoher wirtschaftlicher Schaden entsteht.
Das Ziel ist zu zeigen, wie sich naturnaher und Wirtschaftswald miteinander verbinden lassen. Die Teilnehmer:innen sollen konkrete Antworten auf das klimawandelangepasste Waldmanagement und einen Überblick über die Baumarten im Mischwald bekommen. Auch auf den Umgang mit Totholz wird näher eingegangen. Förster:innen, Grundbesitzer:innen und Personen aus angrenzenden Bereichen wie der Berg- und Naturwacht sollen ein Verständnis für eine naturnahe Waldbewirtschaftung erlangen.
Anmeldung erbeten bis eine Woche vor der Veranstaltung!
Termin: Donnerstag, 10. September 2026, 10:00 Uhr bis 13:30 Uhr
Preis: € 20,00
Totes Holz im Wald ist Leben – meist im Verborgenen!
Was ist mehr Wert: dickes stehendes, liegendes oder reichen die paar Äste am Boden für den Artenschutz auch aus? Welche Möglichkeiten haben Waldbesitzer:innen Totholz zu fördern, ohne damit ein letales forstliches Schadholzproblem zu bekommen, ein Spagat zwischen Naturschutz und Rechtsmaterien.
Die Teilnehmer:innen sollen die Bedeutung von Totholz im Wald erkennen und animiert werden Strategien für ein aktives Totholzmanagement im eigenen Wald zu entwickeln. Ergänzend werden die unterschiedlichen Totholzqualitäten und ihre Bedeutung für den Artenschutz und für das Ökosystem Wald, erläutert. Es werden Totholzmengen im Wald bestimmt und vielleicht die eine oder andere totholzbewohnende Art gefunden.
Voraussetzungen: Wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk
Anmeldung erbeten bis eine Woche vor der Veranstaltung!
Termin: Freitag, 23. Oktober 2026, 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Preis: € 20,00
Hecken sind außerordentlich vielseitig: Sie strukturieren die Landschaft und lockern deren Erscheinungsbild auf, sie können lokale Zentren der Artenvielfalt sein und Lebensraum für unterschiedlichste Organismen. Sie schützen vor zu viel Wind und hemmen die Erosion, sie haben einen meist positiven Einfluss auf angrenzende landwirtschaftliche Kulturen uvm. Wir widmen uns im Kurs der Darstellung all dieser Eigenschaften und diskutieren über Formen und Förderungen von Heckenanlagen sowie Art und Herkunft der Heckenpflanzen.
Im praktischen Teil schauen wir uns an, was eine junge Heckenanlage an Pflege braucht, um sich zu einer funktionalen dichten Hecke entwickeln zu können. Und wir überlegen, was bei älteren Heckenbeständen für Pflegeeingriffe nötig und sinnvoll sind und führen diese in der Praxis gemeinsam aus.
Ziel: Wissen über Funktion, Wert und Aufbau einer Heckenanlage. Kenntnis grundlegender Arbeitsschritte der Heckenpflege in Theorie und Praxis.
Voraussetzungen: Wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk, Arbeitshandschuhe, eigenes Getränk; nach Verfügbarkeit: Astschere, Schwendzange, Klappsäge, Motorsäge
Anmeldung erbeten bis eine Woche vor der Veranstaltung!
Termin: Mittwoch, 4. November 2026, 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Preis: € 20,00
Wildgehölzhecken sind wahre Multitools und haben gleich einem Schweizer Messer unzählige Funktionen.
Auf dem Erlebnisareal zum UNESCO Biosphärenpark Unteres Murtal pflanzen wir gemeinsam eine standortgerechte, heimische Wildgehölzhecke. Dabei lernen die Teilnehmenden, welche Strauch- und Baumarten besonders wertvoll für Vögel, Insekten und Kleinsäuger sind, wie man mit einer Hecke den Klimawandel messen kann und wie Hecken als Biotopverbund-Elemente wirken. Dazu gibt´s für die Teilnehmer:innen exklusiv und kostenlos 100 Weidenpflanzen aus steirischer RGV-Vermehrung zum heimtragen und natürlich hilfreiche Praxistipps zur Pflanzung über Pflege, die im eigenen Garten oder in der Kulturlandschaft umgesetzt werden können.
Gemeinsam pflanzen – für mehr bunte Artenvielfalt heute und morgen!
Ausrüstung: Festes Schuhwerk, Arbeitskleidung, Arbeitshandschuhe
Anmeldung erbeten bis eine Woche vor der Veranstaltung!
Termin: Samstag, 7. November 2026, 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Preis: € 20,00
“Wir Menschen brauchen die Natur.
Dort, wo Bäume ihre Äste gegen den Himmel strecken, Flüsse in die Ferne mäandern, Vögel durch die Lüfte gleiten, da sind wir Teil des großen Ganzen.“
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#naturverbundensteiermark
Online
für mehr Natur Verbundenheit
Ein Netzwerk an Menschen, das die Verbundenheit mit der Natur antreibt, schafft durch einen Biotopverbund vernetzte Lebensräume in der Steiermark.
Wir Menschen brauchen die Natur. Dort, wo Bäume ihre Äste gegen Himmel strecken, Flüsse in die Ferne mäandern, Insekten durch die Lüfte schwirren, da sind wir Teil des großen Ganzen. Vorstellbar wie ein Mosaik des Lebens, wo wir wahrnehmen, eine Einheit spüren und naturverbunden sind.
Diese Naturverbundenheit spielt auch bei jenen Akteurinnen und Akteuren eine Rolle, die es sich zum Ziel gesetzt haben, mit dem Projekt Biotopverbund wertvolle Lebensräume in der Steiermark zu erhalten, neue zu schaffen und diese zu pflegen.
Statements Träger derInitiative
Erwin Dirnberger
Neben der Klimakrise verschlechtert sich auch die Biodiversität, die Signale werden aber oft nicht erkannt. Eine der Ursachen dieser Krise ist die Zerschneidung unserer Landschaften, durch die der notwendige, genetische Austausch für Tiere und Pflanzen erschwert wird. Durch die vom Land Steiermark ins Leben gerufene Initiative „NaturVerbunden – Naturnetzwerk Steiermark“ soll es gelingen, die steirischen Lebensräume wieder besser miteinander zu vernetzen und die Natur zu stabilisieren. Weil damit ein Beitrag zur Lebensqualität in unseren Gemeinden geleistet wird, ist das Projekt auch für den Gemeindebund Steiermark bedeutsam und wird daher von mir gerne unterstützt.
Franz Mayr-Melnhof-Saurau
Die Vernetzung von Lebensräumen ist selbstverständliches Thema des von der Steirischen Jagd flächendeckend geleisteten Wildtiermanagements. Wir verfügen über ein lückenloses Netz an behördlich geprüften Personen mit fundiertem Wissen über regionale Lebensräume und Korridore. Der Lebensraum war seit Jahren Kernthema unserer Aufträge an die Wissenschaft. Das gilt auch für den von der Jagd initiierten Dialogprozess „Wildökologische Raumplanung“. Wir freuen uns sehr, dass unser geschulter und besorgter Blick auf die Wildlebensräume nun auch von unseren Partnern im Biotopverbund mitgetragen wird.
Christian Mairhuber
Für den Landesnaturschutz ist die Initiative „NaturVerbunden Steiermark“ von enormer Bedeutung, denn leider machen die beiden größten globalen Herausforderungen unserer Zeit – der Klimawandel und die Biodiversitätskrise – auch vor unserem Bundesland nicht Halt! Genau darum haben wir uns dazu entschieden, dem derzeitigen Negativtrend aktiv entgegen wirken zu wollen und die Situation – zumindest im eigenen Wirkungsbereich – zu verbessern. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn wir uns unter anderem alle gemeinsam nachdrücklich darum kümmern, ein landesweites Netzwerk aus miteinander verbundenen Pflanzen-, Tier- und Pilzlebensräumen zu entwickeln und dauerhaft zu erhalten, damit wir auch unseren Enkeln eine schöne, vielfältige und funktionsfähige steirische Kulturlandschaft weitergeben können.
Kurt Wallner
Das Naturnetzwerk Steiermark ist für steirische Städte und Gemeinden von großer Bedeutung, da es die ökologische Vielfalt fördert, Lebensräume vernetzt und die natürlichen Ressourcen schützt. Dies stärkt die Biodiversität, unterstützt den Erhalt bedrohter Arten und verbessert das ökologische Gleichgewicht. Ein intaktes Naturnetzwerk trägt zudem zur nachhaltigen Regionalentwicklung bei, indem es die Lebensqualität der Bewohner steigert, den Tourismus ankurbelt und die Anfälligkeit gegenüber Naturkatastrophen reduziert.
Andreas Steinegger
Landwirtschaft und Naturschutz können gemeinsam unglaublich viel Positives für die Umwelt und insbesondere für die Artenvielfalt bewirken. Im Rahmen unserer Leuchtturm-Projekte der Initiative „NaturVerbunden Steiermark“ werden von unseren Bäuerinnen und Bauern mit Wildblumen- und Kräutersaatgut Blühflächen angelegt und Hecken gepflanzt in denen sich Nützlinge, Wildinsekten und Bienen besonders wohl fühlen. Es werden dadurch nicht nur neue Lebensräume geschaffen und vernetzt. Diese nachhaltigen Strukturen nehmen aktiv das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Atmosphäre, speichern den Kohlenstoff in unseren Böden als Humus und produzieren nebenbei lebenswichtigen Sauerstoff für uns.
Hannes Amesbauer
Unsere steirischen Natur- und Kulturlandschaften sind mehr als schöne Kulisse. Sie sind Identität, Lebensraum und Verantwortung zugleich. Von den Almen über die Wälder bis zu unseren Flusslandschaften prägt die Natur seit Generationen das Gesicht unseres Landes und den wertvollen Lebensraum seiner Menschen. Die Initiative „NaturVerbunden Steiermark“ steht für einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen. Wir setzen auf aktiven Schutz wertvoller Lebensräume, auf den Erhalt der Artenvielfalt und auf eine nachhaltige Bewirtschaftung, die ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen in Einklang bringt.
Naturschutz bedeutet für uns kein Verharren, sondern gelebte Verbundenheit mit unserer Natur und einen verantwortungsvollen Umgang mit ihr. Durch gezielte Projekte und die enge Zusammenarbeit mit Gemeinden, Grundeigentümern und engagierten Bürgern sichern wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen und Kulturlandschaften für kommende Generationen.
Die Steiermark ist die „Grüne Mark“. Dieses ehrenvolle Prädikat ist Auftrag und Verpflichtung zugleich.
Claudie Holzer
Natur tut uns gut: Sie beruhigt, gibt neue Energie und baut Stress ab – kurz gesagt: Natur macht glücklich. Studien belegen zudem die positiven Auswirkungen regelmäßiger Aufenthalte im Grünen auf unsere Gesundheit und sie ist auch Teil einer umweltfreundlichen Verkehrspolitik. Das Verkehrsressort berücksichtigt viele Naturschutzaspekte bei Ausbau und Sanierung von Straßen, sorgt für die Vernetzung von Regionen durch sichere und gute Verkehrswege und unterstützt beim Erhalt und bei der Vernetzung von Naturlebensräumen in der Steiermark.
Darüber hinaus bringen die steirischen Öffis auch Ausflügler schnell, unkompliziert und umweltfreundlich in die Steirischen Naturparke, den Nationalpark und andere erlebbare Naturlandschaften. Viele Schutz- und Erholungsgebiete sind bestens und kostengünstig mit S-Bahn, RegioBahn und RegioBus erreichbar. Besonders für Wanderer bieten die Öffis zahlreiche Vorteile: Strecken- und Mehrtagestouren lassen sich flexibel planen, die Rückfahrt erfolgt ganz entspannt per Bus oder Bahn.
Häufige Fragen zum Thema
Biotopverbund
Ein Biotop bezeichnet den Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Das Wort setzt sich aus den griechischen Wörtern bios (Leben) und topos (Ort) zusammen. Fast jeder Biotoptyp hat seine eigene Flora und Fauna. Gibt es zwischen diesen Lebensräumen „Überbrückungen“ spricht man von einem Biotopverbund. Dieses Netzwerk dient dazu, die Mobilität von Pflanzen und Tieren zwischen isolierten oder fragmentierten Lebensräumen zu verknüpfen und einen Austausch der Arten zu ermöglichen. Dieser Austausch ist entscheidend für die genetische Vielfalt, die Anpassungsfähigkeit von Populationen aber auch für die Stabilität von Ökosystemen.
Die Vernetzung von isolierten Lebensräumen ermöglicht den Austausch von Arten. Korridorbiotope sind Verbindungsstrukturen, die Kernlebensräume miteinander verknüpfen. Trittsteinbiotope ermöglichen dabei als kleine Flächen oder Überbrückungselemente eine Besiedelung, können aber auch Zwischenstation oder Zufluchtsort zwischen Lebensräumen sein.
In einer einst reich strukturierten Kulturlandschaft, wie sie in der Steiermark bis in die 80er-Jahre existierte, war dieser Austausch möglich. Doch durch den Nutzungsdruck und menschliche Eingriffe wie Bodenverbrauch, Siedlungs- und Straßenbau, Flächenversiegelung und die Intensivierung der Landwirtschaft wurde dieses Netz zerschnitten. Hecken und Raine wurden vielerorts entfernt, Felder immer größer, durch das Begradigen von Bächen verschwanden Ufergehölze. Auch Streuobstwiesen als wichtige Elemente in der Kulturlandschaft und Horte der Biodiversität wurden zunehmend in Intensivgrünland umgewandelt und die Natur schleichend ausgeräumt. Doch nur wenn wir der Natur Raum geben und naturnahe Flächen entlang von Wäldern, Gewässern, Äckern und Straßen als Verbindungselemente bestehen bleiben, ist ein Austausch zwischen den Biotopen möglich.
Tiere und Pflanzen müssen ihren Weg von einem Lebensraum zum anderen finden. Hecken, Obstalleen, Bachläufe, Böschungen und blühende Wiesenstreifen sind sogenannte Korridorbiotope. Sie verbinden Kernlebensräume, das sind größere Lebensräume, die über längere Zeit unverändert bleiben, miteinander. Aber auch sogenannte Trittsteinbiotope, kleinflächige Bereiche zwischen den Lebensräumen, dienen als Zufluchts- und Rastplätze. Sie machen die Kulturlandschaft durchlässiger und bieten den Tieren auf ihrer Wanderschaft Unterschlupf. Das kann ein Baum, ein Tümpel, Feldgehölz oder auch ein artenreicher und naturnaher Garten sein.
Eine ästhetische Landschaft bedient alle unsere Sinne und trägt zur Lebensqualität und unserem Wohlbefinden bei. Davon profitieren wir alle – unmittelbar vor der eigenen Haustür aber auch der Tourismus. Neben den ökologischen Aspekten einer vielfältigen, schönen Landschaft geht es auch um Ökosystemleistungen. Damit sind sämtliche Faktoren gemeint, die die intakte Natur dem Menschen als Dienstleistung zur Verfügung stellt und die die Grundlage für unser menschliches Dasein bilden. Die Naturlandschaft wirkt in ihren vielfältigen Formen klimatisch ausgleichend, bremst Wind und schützt somit vor Bodenerosionen, speichert und filtert Regenwasser, hilft dem Boden Wasser halten zu können, bindet Stickstoff und speichert Kohlenstoff.
In Bezug auf die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelproduktion ist die Bestäuberleistung durch Insekten von enormer Bedeutung. Zudem bilden Insekten eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere. In einem Biotopverbund finden Schmetterlinge, Heuschrecken, Käfer und Co. vielfältige Lebensräume und Entwicklungsmöglichkeiten. Davon profitieren wiederum ihre Fressfeinde wie Vögel, Reptilien und Amphibien. Eine abwechslungsreiche und vernetzte Landschaft bietet verschiedensten Wildtieren Unterschlupf und stellt geschützte Überwinterungsquartiere bereit, zur Freude von Feuersalamander, Laubfrosch oder Igel. Hinter jedem Flurgehölz, jeder Blühfläche, jeder Hecke und jedem Baum stecken Wirkungsmöglichkeiten.
Auf Initiative von Umweltlandesrätin Ursula Lackner wurde im Jahr 2024 das Netzwerk „NaturVerbunden Steiermark“ mit wichtigen Partnerinnen und Partnern geknüpft. Hier engagieren sich Akteurinnen und Akteure, die auf den Flächen tätig sind. Organisationen wie die Landwirtschaftskammer, die Steirische Landesjägerschaft, Städte- und Gemeindebund, Berg- und Naturwacht, Naturschutzjugend, Naturschutzbund sowie die steirischen Naturparke und verschiedene Abteilungen des Landes verfolgen gemeinsame Ziele, um die Natur nachhaltig zu schützen. Dadurch wird die Funktionsfähigkeit der steirischen Kulturlandschaft bewahrt und verbessert.
Es gibt viele Möglichkeiten und sehr vieles wird bereits getan. Statt Einheitsrasen sorgen extensiv gepflegte Wiesen für mehr Vielfalt. Diese werden maximal zweimal im Jahr gemäht und das Mahdgut wird abtransportiert. In der Landwirtschaft sind Wiesenbrachen, Blühflächen und Streuobstwiesen wertvoll. Hecken sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft. Sie vernetzen naturnahe Lebensräume und bieten beispielsweise dem Niederwild vom Fasan bis zum Hasen Deckung und Lebensraum. Entlang von wenig befahrenen Straßen und auf ungenutzten privaten oder öffentlichen Flächen haben Blühflächen enormes Potenzial. Totholz spiel nicht nur im Ökosystem Wald eine Rolle, sondern auch im naturnahen Garten, beispielsweise in Form einer Totholzpyramide. Die Anlage von Teichen, Sandarien, Sandstellen und Steinhaufen sind ebenfalls geeignete Projekte, um im Kleinen aktiv werden zu können. So können alle Naturverbundenen, die über Flächen verfügen, ebenfalls Teil dieses Netzwerkes sein.